Wo geht die Sonne am schönsten auf?

Manchmal genügen wenige Worte, um eine Geschichte in Gang zu bringen. Von Alfred Hitchcock erzählt man sich, er habe nachts einen kompletten Film geträumt und dann lediglich „Mann trifft Frau“ notiert. Zwei Worte reichen im folgenden Beispiel, damit ich mir wunderbare Szenen vorstellen kann.

Im Sommer 2011 entdeckte ich auf Youtube ein Video, in dem ein amerikanischer Schrauber seinen exzellent restaurierten VW Bully präsentierte. Als Soundtrack verwendete er einen Song, der mich sofort in den Bann zog. Noch mehr als das Auto. Den Link zum Bully hab ich längst vergessen, den Song aber ich sofort besorgt. Seitdem gehört er in jede Sommerplaylist: California Sunrise von Dirty Gold.

California Sunrise – was fällt einem dazu nicht alles ein: L.A., Highway One, Venice Beach, das Cruisen durch leere Straßen, eine lange, ausgiebig gefeierte Nacht, das noch leicht klimmende Lagerfeuer am Strand, der Duft des Meeres, Urlaub, Sommer, ein Junge und ein Mädchen, …

Zwei Worte und der passende Sound. Der Beginn einer wunderbaren Geschichte. So kann auch Werbung eine Stimmung erzeugen. Wenn man die richtigen Worte findet. Ehrlich gesagt, habe ich noch nie wirklich genau zugehört, um was es in dem Song tatsächlich geht – und will es auch nicht wissen. Ich höre lieber meine eigene Geschichte – und singe gemeinsam mit meiner Familie an der entsprechenden Stelle im Lied ein lautes „Hey“.

Dirty Gold sind übrigens ein paar pickelige Teenager aus San Diego, denen ein größerer Erfolg bislang vergönnt war. Vielleicht die nächsten Beach Boys, vielleicht auch nur ein One-Hit-Wonderchen. Wer weiß.

Den Song habe ich bis heute nicht im Radio gehört. Daher gibt es ihn hier im Doppelpack: als offizielles Single-Video und als Akustik-Version, die die Jungs live am Strand eingespielt haben. Die ist zwar klanglich nicht so schön – aber, hey, was für eine Stimmung!

Und um die Frage aus dem Titel zu beantworten: Die Sonne geht dort am schönsten auf, wo Sie eine tolle Nacht verbracht haben.

Hey!

 

Akustik-Version – live am Strand

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