Destino von Walt Disney und Salvador Dali

Die Werke Walt Disneys haben mir in der Kindheit das Fenster zu neuen Welten geöffnet. Ob Filme wie das Dschungelbuch oder die Lustigen Taschenbücher mit Donald Duck und Micky Maus. Und irgendwann hingen auch mal Salvador Dali Gemälde als Poster des TASCHEN-Verlags an meinen Wänden – die ich zwar nicht verstanden hab, aber cool fand. Dass die beiden auch mal was gemeinsames geplant hatten, wusste ich bis vor kurzem nicht.

Tatsächlich begann die Zusammenarbeit an einem gemeinsamen Film schon 1946. Damals ist das Projekt allerdings im Sand verlaufen. Die ersten kurzen Sequenzen und einige Storyboard-Scribbles gerieten in Vergessenheit, bis sich Roy E. Disney, ein Neffe Walts, erinnerte – und das Projekt doch noch realiserte und veröffentlichte. Und zwar 2003.

Der Film hat natürlich nichts mit den Aristocats oder dem König der Löwen gemeinsam. Die Handlung um Chronos, den Gott der Zeit, ist wirr, philosophisch, aber faszinierend. Salvador Dali meinte selbst: »Wenn du das verstehst, habe ich versagt.«

Destino (Schicksal) war 2004 sogar für einen Kurzfilm-Oscar nominiert. Wer mehr über die Entstehungsgeschichte erfahren möchte, findet dazu alles bei Wikipedia. Das kurze surrealistische Meisterwerkchen sollte man sich aber auf jeden Fall ansehen – und sich von der Kunst zweier Meister verzaubern lassen. Die sieben Minuten waren schöne sieben Minuten.